Grundschule St. Nikolai

Der Regenwald zu Gast in der Klimaschule St.Nikolai

Stark machen für den Artenschutz – Der Regenwald zu Gast in der Klimaschule St.Nikolai

„Sie ist in den Dschungeln der Welt zu Hause…“ (Klappentext „Abenteuer Artenschutz“) und am 22. Oktober 2021 war Hannah Emde bei uns in St.Nikolai zu Hause und hat den Dschungel mit zu unseren Kindern gebracht. Das Umwelt-Klima-Schutzprojekt „Tiere – Artenvielfalt – Regenwald und was hat der eigentlich mit uns in Hamburg zu tun?“, das in allen Klassenstufen im Oktober thematisiert wurde, fand am Freitag nach den Herbstferien mit dem Besuch von Hannah Emde in der Aula seinen Höhepunkt.

 

Die 1992 in Bonn geborene Tierärztin und Artenschützerin hat es verstanden mit atemberaubenden Fotos, auditiven Dschungelgeräuschen und packenden Erzählungen alle Klassenstufen von der Vorschule bis Klasse 4 auf eine virtuelle Reise mit nach Borneo zu nehmen und dabei die vielen unterschiedlichen Fragen der Kinder aufzugreifen und zu beantworten. Mit dem Ansatz, das Naturschöne wahrzunehmen und zu entdecken, schafft sie es förmlich ganz nebenbei und mit sich übertragender Leidenschaft und Begeisterung, schon die Jüngsten unter uns darauf aufmerksam zu machen, was jeder einzelne von uns tun kann, damit es den Tieren, dem Klima und letztendlich auch uns selbst auf Dauer gut gehen kann. Das Veto Magazin hat sehr gut beschrieben, was in der Aula unserer Grundschule als Botschaft neben den vielen bunten Dschungelbildern transportiert wurde: „Hannah Emde geht es nicht darum, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen oder Fehler von anderen anzuprangern. Vielmehr möchte sie zu einem globalen Denken anregen. Sie möchte den Menschen dabei helfen, praktikable Lösungen für ein nachhaltiges Handeln zu finden. Emde weiß etwa, dass ein kompletter Verzicht auf Palmöl für die meisten Menschen unrealistisch wäre. Dennoch gäbe es mittlerweile eine Vielzahl an deutschen Unternehmen, die diesen begehrten Rohstoff nur noch aus nachhaltigem Anbau verwenden, von Plantagen also, auf denen den Tieren eigene Korridore zum Schutz gelassen werden. „Allein die Entscheidung im Supermarkt, auf eben solche nachhaltigen Produkte umzuschwenken, macht einen großen Unterschied.“ Umweltschutz fängt für die gebürtige Bonnerin darum schon im Kleinen an – und vor unserer Haustür. „Ich muss nicht in den Regenwald reisen, um mich für den Artenschutz stark zu machen“, sagt sie. Und auch in Deutschland gibt es Arten, die es zu erhalten gilt. So seien schon der Laubhaufen, der im Garten für die Igel liegen bleibt, das Insektenhotel am Balkon oder die kleine Wildblumenwiese in der Stadt Möglichkeiten, um selbst zum Erhalt der biologischen Vielfalt beizutragen.“ (Dieser Text erschien zuerst in der gedruckten Ausgabe des Veto Magazins: www.veto-mag.de/gedruckt.)

Hannah Emde hat 2017 in Hamburg den »Nepada Wildlife e.V.«, einen gemeinnützigen Verein, der Umwelt- und Artenschutz durch Umweltbildung, tiermedizinische Tätigkeit, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit fördert, gegründet und ist momentan öffentlich und medial sehr aktiv (zum Beispiel auch zu hören auf: https://www.deutschlandfunkkultur.de/naturschutz-was-koennen-wir-fuer-die-artenvielfalt-tun.970.de.html?dram:article_id=490129 ). Dass sie bei all ihrem Engagement bei uns in der Schule war, verdanken wir dem Engagement unseres Schulvereins, der nicht nur die Idee eingebracht und finanziell unterstützt hat, sondern sich aktiv an der Umsetzung des Präsentationstages beteiligt und Frau Emde an diesem Tag betreut hat. Für alle Kinder der Schule gab es am Ende des Vortrages zur Erinnerung eine Postkarte mit einem Gibbon darauf, denn anstelle eines Honorars hat die Schule über den Schulverein die Patenschaft für einen dieser kleinen Menschenaffen übernommen, deren Lebensraum in den letzten Jahrzehnten immer stärker gefährdet ist. Mit dem guten Gefühl, dass jeder von uns ein „kleiner Tierschützer ist“ und stolz darauf sein darf haben die Kinder an diesem Tag die Aula verlassen. Das Thema insgesamt bleibt uns erhalten und im unterrichtlichen, auch fächerübergreifenden Kontext haben sich schon viele Verknüpfungen ergeben (Bau von Klang-Regenrohren, Tiere in unseren Wäldern, Konsumverhalten, Kakaoanbau, Fairtrade-Produkte u.v.m.).

Text: Lars Römer